Jannik Steinhauser 17 Kommentare

Einleitung: Morbus Crohn und Laktoseintoleranz

Als jemand, der selbst an Morbus Crohn erkrankt ist, weiß ich, wie schwierig es sein kann, die richtige Ernährung zu finden, um Beschwerden zu lindern und gleichzeitig gesund und fit zu bleiben. Eine der häufigsten Unverträglichkeiten, die bei Menschen mit Morbus Crohn auftritt, ist die Laktoseintoleranz. In diesem Artikel möchte ich Ihnen den Zusammenhang zwischen Morbus Crohn und Laktoseintoleranz näherbringen und Ihnen zeigen, worauf Sie achten sollten, um Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Was ist Morbus Crohn?

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die den gesamten Magen-Darm-Trakt betreffen kann. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind bis heute nicht vollständig geklärt. Allerdings spielen genetische, immunologische und umweltbedingte Faktoren eine Rolle. Typische Symptome sind Durchfall, Bauchschmerzen, Müdigkeit und Gewichtsverlust. Die Erkrankung verläuft in Schüben, bei denen die entzündeten Darmabschnitte stark anschwellen und Schmerzen verursachen.

Was ist Laktoseintoleranz?

Laktoseintoleranz ist die Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktose), der in Milch und Milchprodukten enthalten ist. Menschen mit Laktoseintoleranz produzieren nicht genügend Laktase, das Enzym, das für die Verdauung von Laktose verantwortlich ist. Dies führt zu Beschwerden wie Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen. Laktoseintoleranz ist keine Seltenheit: Schätzungen zufolge sind weltweit etwa 70% der erwachsenen Bevölkerung betroffen.

Der Zusammenhang zwischen Morbus Crohn und Laktoseintoleranz

Menschen mit Morbus Crohn haben häufig eine beeinträchtigte Darmfunktion, was zu einer verminderten Produktion von Verdauungsenzymen führen kann. Dies kann wiederum eine Laktoseintoleranz begünstigen. Zudem kann die Entzündung des Darms die Laktase-Produktion weiter reduzieren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen mit Morbus Crohn auch unter einer Laktoseintoleranz leiden.

Diagnose einer Laktoseintoleranz bei Morbus Crohn

Wenn Sie an Morbus Crohn leiden und den Verdacht haben, dass Sie auch laktoseintolerant sind, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Dieser kann Ihnen helfen, die Diagnose zu stellen und die für Sie passende Behandlung zu finden. Die Diagnose einer Laktoseintoleranz erfolgt in der Regel durch einen Atemtest oder einen Bluttest.

Ernährungsumstellung bei Morbus Crohn und Laktoseintoleranz

Wenn bei Ihnen eine Laktoseintoleranz festgestellt wird, ist es wichtig, Ihre Ernährung entsprechend anzupassen. Vermeiden Sie Milch und Milchprodukte oder ersetzen Sie diese durch laktosefreie Alternativen. Achten Sie darauf, dass Sie trotzdem ausreichend Kalzium und Vitamin D zu sich nehmen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Hierzu eignen sich zum Beispiel laktosefreie Milchprodukte, angereicherte Pflanzenmilch oder kalziumreiche Lebensmittel wie Brokkoli, Grünkohl und Mandeln.

Tipps für den Alltag mit Morbus Crohn und Laktoseintoleranz

Im Alltag mit Morbus Crohn und Laktoseintoleranz gibt es einige Dinge, die Ihnen das Leben leichter machen können:

  • Achten Sie auf versteckte Laktose in verarbeiteten Lebensmitteln wie Fertigprodukten, Wurstwaren oder Backwaren.
  • Informieren Sie sich über laktosefreie Alternativen und probieren Sie verschiedene Produkte aus, um herauszufinden, welche Ihnen am besten schmecken.
  • Führen Sie ein Ernährungstagebuch, um herauszufinden, welche Lebensmittel Ihre Beschwerden verschlimmern und welche gut verträglich sind.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Einnahme von Laktase-Tabletten, die Ihnen helfen können, kleine Mengen Laktose besser zu vertragen.

Wie Sie trotz Morbus Crohn und Laktoseintoleranz gut leben können

Es mag zunächst eine Herausforderung sein, Ihre Ernährung umzustellen und auf Laktose zu verzichten. Doch mit der Zeit werden Sie merken, dass es viele leckere laktosefreie Alternativen gibt und dass Sie sich trotz Morbus Crohn und Laktoseintoleranz gut und gesund ernähren können. Achten Sie auf sich und Ihren Körper, nehmen Sie Ihre Medikamente wie verordnet ein und suchen Sie bei Bedarf das Gespräch mit Ihrem Arzt oder einer Ernährungsberatung. So können Sie trotz Ihrer Erkrankungen ein erfülltes und beschwerdefreies Leben führen.

Abschließende Gedanken

Der Zusammenhang zwischen Morbus Crohn und Laktoseintoleranz ist nicht zu leugnen, und viele Betroffene müssen sich mit beidem auseinandersetzen. Eine angepasste Ernährung, ärztliche Unterstützung und der Austausch mit anderen Betroffenen sind wichtige Faktoren, um trotz Morbus Crohn und Laktoseintoleranz ein gutes Leben zu führen. Ich hoffe, dass Ihnen dieser Artikel dabei hilft, besser mit Ihrer Situation umzugehen und die für Sie passenden Lösungen zu finden.

Kommentare

  • Kari Birks

    Mai 9, 2023 AT 17:29

    Kari Birks

    Ich hab das auch. Laktosefrei seit 3 Jahren. Besser als vorher.

  • Roar Kristiansen

    Mai 11, 2023 AT 10:18

    Roar Kristiansen

    Laktosefrei = Lebensqualität um 200% höher 😌🧈🌱

  • André Galrito

    Mai 12, 2023 AT 15:41

    André Galrito

    Es geht nicht darum zu verzichten sondern zu verstehen was dein Körper braucht. Der Körper weiß was er braucht du musst nur zuhören

  • Kristine Scheufele

    Mai 14, 2023 AT 12:50

    Kristine Scheufele

    Na super noch so ein Typ der seine Krankheit zum Lebensstil macht. Echt jetzt

  • Siri Nergaard

    Mai 14, 2023 AT 17:03

    Siri Nergaard

    Die semiotische Konstruktion von Ernährung als therapeutisches Paradigma ist in der postmodernen Medizin ein faszinierendes Phänomen. Die Laktose als Symbol der kolonialen Milchindustrie wird hier pathologisiert.

  • Ronny Heggelund

    Mai 15, 2023 AT 11:21

    Ronny Heggelund

    Laktoseintoleranz is ne moderne Erfindung von Big Dairy die uns alle krank machen. Ich trink trotzdem Milch und hab kein Problem. Die Ärzte lügen

  • Rune Johansen

    Mai 16, 2023 AT 14:23

    Rune Johansen

    Das ist doch nur ein Marketing-Gag. Morbus Crohn ist eine Autoimmunerkrankung. Laktose ist irrelevant. Die Leute machen sich zu viel Stress. #GutHealth

  • Kristin Frese

    Mai 18, 2023 AT 01:02

    Kristin Frese

    Ich hab das auch... manchmal will ich einfach nur ein Eis essen... aber ich kann nicht... es ist so schwer...

  • Dag Melillo

    Mai 18, 2023 AT 03:17

    Dag Melillo

    Wenn wir über Laktoseintoleranz sprechen dann sprechen wir über eine fundamentale Dissonanz zwischen menschlicher Evolution und moderner Ernährung. Unsere Vorfahren tranken keine Kuhmilch nach dem Säuglingsalter. Die Produktion von Laktase nach der Entwöhnung ist eine genetische Mutation die nur in bestimmten Populationen verbreitet ist. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist die Differenzierung der Epithelzellen gestört und damit auch die enzymatische Aktivität. Es ist kein Zufall dass diese Kombination häufig auftritt. Es ist eine logische Konsequenz der biologischen Realität

  • Joyline Mutai

    Mai 18, 2023 AT 08:08

    Joyline Mutai

    Laktosefrei? Ach komm. Wer braucht das schon. Ich hab Crohn und trinke Milch. Die Welt dreht sich nicht um dich

  • Silje Jensen

    Mai 19, 2023 AT 14:34

    Silje Jensen

    ich hab auch crohn und laktose... und ich hab probiert so viele laktosefreie dinge... aber die meisten schmecken wie pappe... aber ich trink trotzdem hafermilch weil es besser is als durchfall

  • Astrid Pavón Viera

    Mai 20, 2023 AT 09:38

    Astrid Pavón Viera

    Laktosefrei = Leben ohne Angst 🤍😂

  • Kaja Hertneck

    Mai 20, 2023 AT 13:19

    Kaja Hertneck

    Norwegen hat die beste laktosefreie Milch. Deutschland ist da noch im Mittelalter. Aber wer will schon ausländische Produkte?

  • Nils Heldal

    Mai 22, 2023 AT 03:17

    Nils Heldal

    Ich hab das vor Jahren auch gedacht. Aber nachdem ich meine Ernährung umgestellt hab und mit einem Ernährungsberater geredet hab, hab ich mich endlich wieder wie ein Mensch gefühlt. Keine Eile. Kleine Schritte.

  • Linn Tammaro

    Mai 23, 2023 AT 10:07

    Linn Tammaro

    Laktase-Tabletten sind nicht die Lösung. Sie helfen nur kurzfristig. Langfristig braucht der Darm Ruhe. Und das bedeutet: weniger Laktose. Punkt.

  • Kari Littleford

    Mai 25, 2023 AT 03:25

    Kari Littleford

    Ich finde es wichtig dass wir über solche Themen sprechen weil viele Menschen sich schämen oder sich nicht trauen ihre Symptome zu benennen. Es ist nicht nur eine Ernährungsfrage es ist auch eine emotionale Belastung und es hilft zu wissen dass man nicht allein ist

  • Dag Melillo

    Mai 25, 2023 AT 09:18

    Dag Melillo

    Du hast recht. Es ist nicht nur die Physiologie. Es ist auch die Isolation die viele Betroffene fühlen. Die Angst vor sozialen Situationen. Die Scham wenn man nicht mitessen kann. Das ist der wahre Preis der Krankheit. Und das muss man ernst nehmen

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